Hofheldin Janne war mit ihren Kollegen auf den Deutschen Lohnunternehmer-Tagen. Dass sie als Frau in der Minderheit sein wird, war ihr bewusst. Was das für Folgen hat, war ihr allerdings nicht bewusst.

Als Frau zwischen Lohnunternehmern

Hofheldin Janne war mit ihren Kollegen auf den Deutschen Lohnunternehmer Tagen. Dass sie als Frau in der Minderheit sein wird, war ihr bewusst – was das für Folgen hat allerdings nicht.

Janne berichtet für Dich über Landwirtschaft aus aller Herren Länder.

Janne berichtet für Dich über Landwirtschaft aus aller Herren Länder.

Hallo Hofhelden,

einmal im Jahr finden in Bremen die Deutschen Lohnunternehmer Tage statt. Quasi eine Agritechnika in klein für zwei Tage. Die Tickets gibt es nicht frei zu kaufen, sondern werden unter den Mitgliedern der Lohnunternehmerverbände verteilt. Da ich bei einem Lohnunternehmen als Aushilfsfahrerin tätig bin, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit meinen Kollegen mitgefahren.

Mir war durchaus bewusst, dass ich als Frau in der Minderheit sein würde. Doch lest selbst wie meine Erfahrung war.

Auch bei Männern gibt es Pinkelpausen

Abfahrt mit dem Bus war einigermaßen pünktlich um 7 Uhr in der Firma. Wie ein Klassenausflug kam es einem vor. Bloß mit Alkohol und ohne Lehrer. Mit mehreren Pinkelpausen zwischendurch (ja, die gibt es auch bei Männern – dem Hopfensmoothie und Weizendestillat sei Dank) kamen wir um 10 Uhr auf dem Messegelände an. Mischung noch eben leer trinken und auf ging es.

Hofheldin Janne war mit ihren Kollegen auf den Deutschen Lohnunternehmer-Tagen. Dass sie als Frau in der Minderheit sein wird, war ihr bewusst. Was das für Folgen hat, war ihr allerdings nicht bewusst.

Letztens war ich mit meinen Kolelgen auf den Deutschen Lohnunternehmer-Tagen. Foto: privat

Da mit dem Eintritt Essen und Getränke ad libitum zur freien Verfügung standen, musste sich am Frühstücksbuffet natürlich erstmal ein ordentlicher Energievorrat angefuttert werden. Anschließend begann die erste Erkundungstour in Kleingruppen. Ein relativ oberflächlicher Gang durch alle vier Hallen erfolgte, um eine Vorstellung des Ausmaßes und der anwesenden Firmen zu bekommen. Okay, die Lage war analysiert. Zeit für das zweite Frühstück.

Mit 13er-Schlüsseln in der Handtasche

Danach begann der zweite Durchlauf durch die Hallen. Diesmal musste jeder Gang durchlaufen werden. Natürlich wurde auch ausspioniert, an welchen Ständen es Alkohol gab, denn den gab es nicht in der Getränkeflatrate. Die Ausbeute war ernüchternd. Die überschüssige Energie der Männer musste erstmal beim Boxen rausgelassen werden.

Hofheldin Janne war mit ihren Kollegen auf den Deutschen Lohnunternehmer-Tagen. Dass sie als Frau in der Minderheit sein wird, war ihr bewusst. Was das für Folgen hat, war ihr allerdings nicht bewusst.

Wer an diesem Stand eine gewisse Schlagkraft erreichte, bekam einen 13er Schlüssel. Foto: privat

Die Schlagkraft wurde gemessen und wer über einen bestimmten Messwert kam, der bekam einen 13er Schlüssel geschenkt. Ich glaube, ich muss nicht genauer erläutern wie es dazu kam, dass mein Beutel immer schwerer wurde und bei jedem Schritt ordentlich geklimpert hat… Dafür kommen die Frauen also mit – weil sie in der Regel eine Tasche dabeihaben. Ganz nebenbei und völlig selbstverständlich werden dort alle eroberten Werbegeschenke verstaut. Lief also so richtig.

Während mir die Träger immer mehr in die Schulter schnitten, schlenderten die Männer fröhlich weiter. Eine Dose Handwaschpaste hier, eine Brotdose dort, Feuerzeuge, ein Jo-Jo, Bonbons. Ihr wisst schon, das übliche eben.

Siku-Spieleparadies für große Jungs

Nach diesem ausgiebigen Shoppingtrip musste der abgesunkene Energiehaushalt wieder auf Touren gebracht werden. Da es nach einem ausgiebigen Mittagessen leider keine Gelegenheit für eine Mittagsstunde gab, musste der Siku Control Tisch herhalten – DAS Spieleparadies für die großen Jungs. Dazu sollte man wissen, dass es über Winter, wenn auf dem Feld nicht viel zu tun ist, die ersten Entzugserscheinungen mangelnden Treckerfahrens auftreten. Es gibt nur zwei Methoden diese behandeln zu können: mit Landwirtschafts Simulator am PC oder mit Siku Spielzeug. Auf dem großen Tisch war eine Landschaft aufgebaut. Straßen, ein Acker, zwei Sanddepots, Maschinenhallen und etliche ferngesteuerte Landmaschinen.

Hofheldin Janne war mit ihren Kollegen auf den Deutschen Lohnunternehmer-Tagen. Dass sie als Frau in der Minderheit sein wird, war ihr bewusst. Was das für Folgen hat, war ihr allerdings nicht bewusst.

Eine perfekte Möglichkeit gegen Trecker-Entzugserscheinungen: das Siku Spieleparadies. Foto: privat

Hochbetrieb herrschte bei den Sanddepots aus Sägespähnen. Bagger und Radlager luden etliche Mulden voll, die dann von dem einen Lager zu dem anderen gebracht und abgekippt wurden. Auf dem Acker aus Kaffeesatz wurde gegrubbert, gedrillt und gewalzt.

Es war schon interessant dabei zuzugucken und die hochkonzentrierten Gesichter zu beobachten. Aber das Highlight waren eigentlich die Kommentare der zuguckenden Lohner. „Nicht mal seinen Trecker hat er abgefegt.“, „Abkippen kann er auch nicht. Wie blöd der ist.“, „Guck mal wie schief er drillt.“, „Der Baggerfahrer hat doch keine Ahnung. Das muss man so und so machen.“

Herrlich. Einfach nur herrlich und ich konnte nicht mehr aufhören zu lachen.

Verkehrte Welt auf dem Party-Klo

Zur Kaffeezeit gab es natürlich auch Kuchen, aber wir waren noch so satt, dass wir eine Mahlzeit dann doch mal ausgelassen haben. Eine Stunde später gab es dann auch schon Abendessen. Diese Mahlzeit war wichtiger, denn es ging um die Grundlagenschaffung für die Party im Anschluss.

Bevor wir für die Party die Halle gewechselt haben, konnten wir im Bus unseren Ballast abwerfen. Ich glaube auch eher weniger, dass ich mit den vielen 13er Schlüsseln auf die Party gekommen wäre. Auch wenn es eine Lohner-Party war. Die Getränke gab es hier übrigens nicht mehr kostenlos, nur um das mal angemerkt zu haben. Außerdem habe ich auf dieser Party etwas erlebt, was mit völlig neu war: Die Männer mussten zur Toilette anstehen und wir paar Frauen hatten IMMER freie Fahrt! 😀 Ja, unglaublich aber wahr – und ich habe es sehr genossen.

Es gibt also doch einen Vorteil, wenn man als Frau in einem männerdominierten Bereich arbeitet. 😉

Ich wünsche Euch frohe Weinachten,

Eure Janne

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