Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.

Als Erntehelferin in Estland

Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht – und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.

Janne berichtet für Dich über Landwirtschaft aus aller Herren Länder.

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Tere (Hallo) aus Estland!

Die Getreideernte in Deutschland ist abgeschlossen – in Estland hat sie Ende Juli erst begonnen. Als Erntehelferin bin ich mit der Fähre von Travemünde nach Liepaja (Lettland) gereist und bin weitere 550 km mit dem Auto zu meinem Zielort Umbusi mitten in Estland gefahren. Zusammen mit vier weiteren deutschen Erntehelfern, dem estnischen Verwalter und dessen Tochter werde ich hier die nächsten Wochen arbeiten.

Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.

Mit dem Schiff ging es erstmal nach Lettland. Foto: privat

Vor 20 Jahren hat Ackerbauer und CeresAward-Gewinner (2015, Kategorie Ackerbau) Stefan Krainbring aus Ostholstein in Estland 200 Hektar Land für damals 200 €/ha gekauft. Sein ehemaliger estnische Angestellter, der übrigens fließend Deutsch spricht, verwaltet und bewirtschaftet die nun mittlerweile 1.000 Hektar.
In Estland leben 1,3 Mio. Einwohner auf einer Fläche, die fast so groß wie Niedersachsen ist. Umgerechnet findet man 29 Einwohner/km² (Deutschland: 231 Einwohner/km²), wovon wiederum die meisten Menschen in den Städten leben. Estland besteht aus viel Wald- und Moorgebieten. Lediglich 21 % des Landes werden landwirtschaftlich genutzt. Die Winter sind streng und die Sommer warm.

Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.

Die Trockenheit hat auch vor estnischen Feldern nicht Halt gemacht. Foto: privat

Umbusi ist ein sehr kleiner Ort westlich von Tartu. Hier ist die beste Ackerbauregion mit sandig lehmigem Boden. Allerdings hat die Trockenheit auch Estland nicht verschont und so wird die Ernte unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Angebaut werden hier Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommerraps, Erbsen, sowie Phacelia als Zwischenfrucht.

Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.

Ich bin hier auf dem Betrieb von CeresAward-Gewinner Stefan Krainbring. Foto: privat

Üblicherweise beginnt die Ernte um den 12. August mit dem Winterweizen. Dieses Jahr wurde bereits Ende Juli der erste Weizen gedroschen. In normalen Jahren werden 6-8t Weizen/ha geerntet. Nach dem Winterweizen folgten die Erbsen und der Winterraps. Der Sommerraps ist vor ein paar Wochen erst verblüht. Auf den müssen wir noch ein wenig warten.

Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.

Der Betrieb hat eine Lagerkapazität von 5.000 Tonnen. Foto: privat

Das geerntete Gut wird auf dem Hof getrocknet und eingelagert. Dieses Jahr muss allerdings mehr gekühlt als getrocknet werden. Das Getreide hat eine Temperatur von circa 35°C, wenn es in der Gosse ankommt. Wird es nicht herunter gekühlt, ist es nicht lange lagerfähig. Dieser Betrieb hat eine Lagerkapazität von 5.000 Tonnen, welches der gesamten Ernte entspricht. Dies hat einen großen Vorteil hinsichtlich des Verkaufs.

Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre SpurHofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.en hinterließ.

Ich habe hier auch schon ein ordentliches Gewitter erlebt. Foto: privat

Von den insgesamt 1.000 Hektar werden 500 ha nach der Ernte/im Herbst gepflügt. Auf 250 ha wird Winter Raps gedrillt, die anderen 250 ha liegen bis zum Vegetationsbeginn Mitte April brach. Anschließend kommt dort Sommer Weizen hin. Die restlichen 500 ha werden gegrubbert für 250 ha Winter Weizen und 250 ha Phacelia als Zwischenfrucht. Phacelia wird im Frühjahr mit dem Sommer Weizen gedrillt. Sie kann frühzeitig gemulcht und untergepflügt werden, damit anschließend der Winter Raps rechtzeitig in den Boden kommt. Anfang Oktober komm meist der erste Frost.

Hofheldin Janne ist zurzeit als Erntehelferin in Estland unterwegs. Nach einer laaaaangen Anreise hat sie den 1.000-ha-Betrieb sicher erreicht - und musste feststellen, dass auch hier die Trockenheit ihre Spuren hinterließ.

Zum Betrieb gehören 1.000 ha Fläche. Foto: privat

Sommer Raps wird in dieser Region auch öfters angebaut. Dieser blüht allerdings Mitte Juli, der Winter Raps blüht hier Mitte Mai. Für viele Insekten ist es im Mai noch zu kalt, sprich in der Blüte muss nicht viel gespritzt werden. Der Sommerraps ist sehr anfällig für jegliche Art von Insekten und benötigt viele Behandlungen. Daher wird er auf diesem Betrieb in den nächsten Jahren erstmal nicht mehr angebaut.

Seit 2004 ist Estland Mitglied in der EU. Die Landwirtschaft profitiert davon sehr, da die Esten nun auch zu Weltmarktpreisen produzieren können und Subventionen im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raumes erhalten.

So, und das wars erstmal von mir. Bis bald,

Eure Janne

Was Janne im Ausland alles erlebt, findest Du hier heraus!

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