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Bergbäuerin Karina erzählt von ihren Erfahrungen mit Kuhangriffen. Gerade wenn Wanderer Hunde mitführen, reagieren auch zahme Rinder gefährlich.

Die Alm ist kein Spielplatz für Wanderer und Hunde

Bergbäuerin Karina erzählt von ihren Erfahrungen mit Kuhangriffen. Gerade wenn Wanderer Hunde mitführen, reagieren auch zahme Rinder gefährlich.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Hallo ihr Lieben!

Der Sommer bedeutet für viele Landwirte Weidezeit. Ich freue mich jedes Jahr auf den Weideaustrieb und auf den Almauftrieb. Doch leider kommt es auf der Weide immer wieder zu Unfällen zwischen Wanderern und Rindern. 2014 schlug ein Unfall, bei dem im Tiroler Pinnistal eine Urlauberin getötet wurde, hohe Wellen. Heuer wurde dieser zivilrechtliche Streit zwischen Witwer und Landwirt in höchster Instanz entschieden. Das Urteil: Landwirt und Urlauberin erhielten jeweils eine Teilschuld zugesprochen. Außerdem muss der Landwirt dem Witwer und dem Sohn insgesamt 78 000 € Schadenersatz und eine monatliche Rente zahlen.

Bergbäuerin Karina erzählt von ihren Erfahrungen mit Kuhangriffen. Gerade wenn Wanderer Hunde mitführen, reagieren auch zahme Rinder gefährlich.

Kuhangriffe auf Wanderer können vorkommen. Foto: privat

Das Urteil und die Höhe des Schadenersatzes haben mich und wahrscheinlich auch viele andere erschreckt. Viele Landwirte sind verunsichert und die ersten Wege, etwa auf der Sommeralm, wurden bereits für Wanderer gesperrt. Auch wenn das Gericht betont, dass keine generelle Einzäunungspflicht für Wege besteht, wird befürchtet, dass mehr Urteile solcher Art folgen könnten.

Das Urteil wurde unter anderem damit begründet, dass der Landwirt hätte wissen müssen, wie gefährlich seine Mutterkühe sind. Aber können nur Mutterkühe gefährlich werden? Und kann man die Gefährlichkeit zweifelsfrei einschätzen? Wenn ein Rind sich bedroht fühlt, dann wird es sich oder den Nachwuchs verteidigen wollen.

Hunde erhöhen das Risiko für einen Angriff

Das Mitführen von Hunden erhöht das Risiko von heftigen Reaktionen der Herde. Mutterkühe sehen Hunde als Wölfe an und wollen verständlicherweise ihr Kalb verteidigen. Schließlich wissen sie nicht, dass der Hund schon seit Jahrhunderten brav an der Leine geht und es nicht auf ihre Kälber abgesehen hat. Dass bei vielen Zwischenfällen mit Weidevieh Hunde im Spiel waren, verdeutlicht das auch nochmal.

Auch brave Rinder können gefährlich werden

Bei Mutterkuhherden wird die Situation nochmal durch den Beschützerinstinkt der Tiere verschärft. Allerdings würden sich auch Trockenstehende, Jungvieh, Milchkühe usw. verteidigen, wenn sie sich bedroht fühlen. Ich war auch schon selbst bei einigen Zwischenfällen mit Hunden dabei. Da haben auch Kühe, die kein Kalb bei Fuß hatten, aggressiv auf einen Hund reagiert. Das hat mir auch nochmal vor Augen geführt, dass auch die liebste Kuh, die sonst keinem was zu leide tut, plötzlich aggressiv reagieren kann.

Bergbäuerin Karina erzählt von ihren Erfahrungen mit Kuhangriffen. Gerade wenn Wanderer Hunde mitführen, reagieren auch zahme Rinder gefährlich.

Bei Mutterkühen setzt der Beschützerinstinkt ein, vor allem wenn sie Hunde sehen. Foto: privat

So gesehen muss man immer mit eventuell aggressivem Verhalten von Rindern rechnen. Eine 100%ige Garantie, dass die alte Resi nix tut, gibt es nicht! Es kann 100 Mal gut gehen, doch beim 101. Mal passiert es. Rinder haben schließlich ihren eigenen Kopf, in den wir nicht hineinsehen können. Wie wir Menschen auch, sind manche Tiere schneller gereizt als andere und reagieren unterschiedlich auf verschiedene Reize. Rinder sind ja nicht per se gefährlich. Aber wenn sie gereizt werden oder sich bedroht fühlen, kann die Situation ziemlich schnell eskalieren. Deshalb sollte das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Weidevieh, bei Wanderern noch stärker vermittelt werden. Auch die Frage, ob der Hund nicht doch an einem anderen Platz besser aufgehoben wäre als auf der Alm, sollte nochmal überdacht werden.

Wie steht ihr zu diesem Thema?

Eure Karina

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