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Zusammen mit agri EXPERTS, der Marktforschungseinheit des dlv, haben wir 281 Landwirtinnen im Altersdurchschnitt von 32 Jahren befragt, ob sie rechtlich abgesichert sind und wie das Verhältnis zu den Schwiegereltern ist. Hofheldin Désirée stellt Dir die Ergebnisse vor.

„Mein Schwiegervater spricht nicht mit mir.“

Zusammen mit agri EXPERTS, der Marktforschungseinheit des dlv, haben wir 281 Landwirtinnen im Altersdurchschnitt von 32 Jahren befragt, ob sie rechtlich abgesichert sind und wie das Verhältnis zu den Schwiegereltern ist. Hofheldin Désirée stellt Dir die Ergebnisse vor.

Mädels, jetzt Butter bei die Fische: is life a bitch? Obwohl sich die Rolle der Landwirtin auf den Höfen in den letzten Jahren und Jahrzehnten geändert hat, ist es immer noch so, dass mehr Frauen zu ihren Männern auf den Hof ziehen, als andersrum. Bei 64 Prozent unserer Umfrageteilnehmerinnen ist das so. Aber das heißt noch lange nicht, dass das schlecht ist.

Verhältnis zu den Schwiegereltern überwiegend gut

Das Verhältnis zu den Schwiegereltern ist für fast 70 Prozent „Sehr gut“ oder „Gut“. Nur 14 Prozent geben an, dass das Verhältnis „Nicht gut“ oder „Gar nicht gut“ sei (n = 227). Wir wollten natürlich herausfinden, was die Gründe für ein angespanntes Verhältnis sind: Die Hitliste wird mit fast 75 Prozent von „Der Wunsch der Schwiegereltern, dass man Bewährtes nicht ändern solle“ angeführt. Dicht gefolgt von „Mein Partner bezieht keine Stellung“ (n = 31).

Exemplarisch möchte ich zwei Einzelmeinungen nennen, die das ganze Thema nicht überbewerten sollen, jedoch einen Hinweis geben, wie sich Landwirtinnen manchmal fühlen.

Aus der Sicht des Schwiegervaters tue ich nicht genug. Er spricht fast nicht mit mir. Wenn, spricht er nur die Kinder an. Vor anderen tut er so, als wenn alles gut sei.
Äußerst schwierig und konfliktbeladen. Alles muss wie früher laufen. Da ich nicht aus der Landwirtschaft stamme gelte ich als „minderwertig“. Schwiegermutter will nichts auf dem Hof aus der Hand geben, obwohl der Hof bereits seit Jahren an meinen Mann übergeben wurde.

Rechtliche Absicherung lässt zu wünschen übrig

Jetzt wird es unromantisch. Wir wollten von denjenigen, die in einer Beziehung oder Ehe leben wissen, ob sie rechtlich abgesichert sind. 56 Prozent sagen ja, 44 Prozent nein (n = 77). Bei der Frage, ob ein Ehevertrag vorhanden sei, sagten 24 Prozent der Landwirtinnen „ja, den gibt es“ (n = 150).

Und die Moral von der Geschicht? Beim Thema Schwiegereltern zeigt sich meines Erachtens, dass die Negativbeispiele, von denen wir alle so oft hören, ein wenig den Blick vernebeln. Die Meisten kommen prima mit Schwiegermutter und -vater aus. Diejenigen, bei denen das Gegenteil der Fall ist, haben es oft nicht leicht. Da gibt es dann auch kein allgemeingültiges Rezept, leider.

Zum Thema „rechtliche Absicherung“ bin ich so frei und empfehle, das Thema vor- oder auch nachträglich offen anzusprechen. Dabei geht es nicht darum, dass Du die Liebe oder Beziehung / Ehe in Frage stellst. Sondern vielmehr darum, dass Ihr füreinander sorgt, in guten wie in schlechten Zeiten.

Zeit ist der größte Wunsch

Zu guter Letzt haben wir gefragt, was Ihr Euch von Eurem Partner wünscht. Der größte Wunsch ist Zeit. Zeit für die Partnerschaft, mit den Kindern / der Familie, für Hobbys. Aber auch Anerkennung und Wertschätzung tauchen immer wieder auf.

Wie diese Wünsche erfüllt werden können? Vielleicht hilft es, z. B. jeden ersten Freitag im Monat als Date-Abend festzulegen. Da geht’s dann ins Kino, oder zum Picknick, oder Ihr kocht gemeinsam Euer Lieblingsgericht. So kann man natürlich auch Familien-Tage gestalten. Und das muss nicht mal was kosten: Kniffeln, UNO, Monopoly, Federball, ein Tipi bauen usw.

Anerkennung und Wertschätzung kannst Du einfordern. Formuliere Deinen Wunsch da ganz deutlich. Ich persönlich muss sagen, dass ein ganz wichtiger Faktor ist, dass man sich zu allererst selbst liebt und sich dessen bewusst ist, dass frau ein wertvoller Mensch ist. Meine Buchempfehlung: Brené Brown: Verletzlichkeit macht stark.

Andere Themen der Umfrage waren Diskriminierung und sexuelle Belästigung. Darüber haben die Kollegen von agrarheute schon berichtet.

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