Buddeln auf dem Acker - das stand letztens auf dem Studenplan von Janne. Und sie ist begeistert, was sie und ihre Studienkollegen der Fachhochschule Kiel dabei alles entdeckt haben.

Ackerdemiker

Buddeln auf dem Acker – das stand letztens auf dem Studenplan von Janne. Und sie ist begeistert, was sie und ihre Studienkollegen der Fachhochschule Kiel dabei alles entdeckt haben.

Janne berichtet für Dich über Landwirtschaft aus aller Herren Länder.

Janne berichtet für Dich über Landwirtschaft aus aller Herren Länder.

Hallo Hofhelden,

die Fachhochschule Kiel ist in jeglicher Hinsicht praxisorientiert. Vorlesungen werden von Profis in ihrem Bereich gehalten wie zum Beispiel Agrarrecht von einem Juristen, Steuerrecht von einem Steuerberater und alle spezialisiert auf den umfangreichen Bereich Landwirtschaft. So werden selbst die staubtrockenen Module interessant.

Buddeln auf dem Acker - das stand letztens auf dem Studenplan von Janne. Und sie ist begeistert, was sie und ihre Studienkollegen der Fachhochschule Kiel dabei alles entdeckt haben.

Wenn man selbst im Dreck buddelt, lernt man viel besser. Foto: privat

Wie richtet man das Modul Bodenkunde also praktisch aus? Genau, man geht raus und wühlt und buddelt, um das in der Theorie gelernte in Echt erleben und verstehen zu können. Wühlen im Dreck. Yeah. Endlich mal Abwechslung. So kann ich jedenfalls am besten lernen und es auch behalten. Übrigens einer der Gründe, weshalb ich auf einer Fachhochschule und nicht an der Universität studiere. 😉

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Wir haben uns auf einem Acker in Dihmarschen den Boden genauer angesehen. Foto: privat

Jedenfalls sind wir letztens an einen Nachmittag auf den Acker gefahren. In die Marsch. Nach Dithmarschen. Früher in der Grundschule habe ich im Sachkundeunterricht gelernt, wie an der Nordseeküste die Landgewinnung funktionierte. Das fand ich damals schon spannend. 15 Jahre später konnte ich jetzt genau auf solch einem Acker buddeln.

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Wir hatten die unterschiedlichsten Hilfsmittel dabei. Foto: privat

Durch die angeschwemmten Sedimente durch Ebbe und Flut haben die Menschen früher fruchtbares Land gewonnen, indem sie Beete und Kribben anlegten. Die Kribben waren die Entwässerungskanäle, die Beete waren kleine Wälle. Fruchtbarer Schlamm wurde aus den Kribben auf die Beete geschaufelt, um sie nach und nach zu erhöhen. Jede Flut ließ neues Material zurück. Vor 40 Jahren wurde dann ein zweiter Deich gebaut und die Flächen durch Pumpen trockengelegt, damit sie befahrbar wurden. Tadaa neues fruchtbares Land entsteht. Die Bodenpunkte liegen hier übrigens zwischen 75 und 90 (von 100 = aller beste Bodenfruchtbarkeit).

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Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt und an verschiedenen Stellen gebuddelt, um Unterschiede herauszufinden. Foto: privat

Meine Gruppe ist mit dem Spaten losgezogen, um an verschiedenen Stellen auf dem Acker zu sehen, ob es Unterschiede in den obersten 30 cm gibt und wenn ja, welche. Eine zweite Gruppe hat Bodenproben aus 90 cm Tiefe gestochen und konnte unterschiedliche Bodenhorizonte erkennen und vergleichen. Weitere Gruppen haben zwei Gruben gebuddelt. Jede 1 m tief, lediglich 150 m voneinander entfernt. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, ist der Boden selbst auf der kurzen Distanz total unterschiedlich!

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In der einen Grube war der Unterboden ganz hellgrau. Foto: privat

Auf dem einen Bild sieht man ganz deutlich, dass der Unterboden ganz hellgrau ist. In normalen Jahren steht hier das Grundwasser. Somit kommt kein Sauerstoff in diesen Bereich des Bodens und auch keine Wurzeln, denn diese brauchen neben dem Wasser auch Sauerstoff. Das ist wie bei uns, wenn wir duschen gehen, wollen wir auch weiter atmen.

Buddeln auf dem Acker - das stand letztens auf dem Studenplan von Janne. Und sie ist begeistert, was sie und ihre Studienkollegen der Fachhochschule Kiel dabei alles entdeckt haben.

150 Meter weiter hat das Profil ganz anders ausgesehen. Foto: privat

Der Grund warum in dieser Grube kein Wasser steht ist ganz einfach: Der Sommer war so trocken, dass der Grundwasserspiegel extrem gesunken ist. Theoretisch hätten die Wurzeln auch in diesem Jahr in diese Tiefe wachsen können, doch der Horizont darüber war so hart, dass dort keine Wurzeln durchdringen konnten. Dieser mittlere Horizont ist übrigens das Material, welches früher aus den Kribben auf die Beete gepackt wurde. Darüber befindet sich feinster, humusreicher, fruchtbarer Boden. Dieser ist hier 40 cm mächtig.

Ich finde es total spannend, was ein geübtes Auge aus solchen Bodenprofilen alles erkennen und deuten kann. Draußen an der frischen Luft. Mit allen Sinnen dabei.

So macht studieren erst richtig Spaß!!

Bis bald,

Eure Janne

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