Wovor andere Landwirte sich scheuen, willigt der eine gerne ein: Hofheld Basti hatte ein Fernseh-Filmteam auf dem Hof. Ein langer Tag, der sich am Ende für den ganzen Berufsstand lohnt.

Stallvideos ohne Schaden

Wovor andere Landwirte sich scheuen, willigt der eine gerne ein: Hofheld Basti hatte ein Fernseh-Filmteam auf dem Hof. Ein langer Tag, der sich am Ende für den ganzen Berufsstand lohnt.

Basti Bützler, Hofheld-Blogger und YouTube-Spezialist

Basti Bützler, Hofheld-Blogger und YouTube-Spezialist

Hallo Hofhelden,

letzte Woche hatte sich das Fernsehen angekündigt. Kabel 1 war da um bei mir auf dem Hof für Abenteuer Leben am Sonntag zu drehen. Da hießt es erstmal putzen. Das war aber jetzt nicht ganz so einfach weil wir zweistellige Minusgrade hatten. Also haben wir den Milchroboter-Raum eine Woche vor Drehtermin und den Milchtank-Raum am Tag vorher sauber gemacht. Der Tankraum hat zum Glück immer mindestens 10°C plus. Mit speziellem Reinigungsschaum haben wir alles schön zum Glänzen gebracht.

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Bevor das Filmteam auf den Hof kommt, musste erstmal kräftig geschrubbt werden. Foto: privat

Am späten Nachmittag vor dem Drehtermin kamen Reporterin, Kameramann und Tontechniker bei mir vorbei, weil mein Betrieb auf dem Weg zu ihrem Hotel lag. Sie wollten sich schonmal alles genau anschauen und sich vielleicht noch ein paar neue Ideen einfallen lassen. Ausserdem haben wir gemeinsam schon mal den Tag durchgesprochen.

Am Drehtag morgens um halb 9 kamen die drei dann mit der ganzen Ausrüstung und mussten diese erst mal auf- bzw. zusammen bauen. Das war gar nicht so leicht bei Minus 15°C und starkem Wind. Der Wetterbericht hatte den kältesten Tag des Jahres prophezeit und das Wetter hat den Tag auf jeden Fall geprägt.

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Am Drehtag hieß es dann erstmal: Equipment aufbauen. Foto: privat

Es ging dann zuerst in den Stall, wo ein paar Lucky Shots gemacht wurden, und ich glaube auch, um die Kamera vernünftig ein zu stellen. Dann habe ich eine Futtermischung für die Kühe geladen und habe dabei über die Hightech-Waage und was die so alles kann, erzählt.  Aber auch über die Wichtigkeit einer guten und immer gleichen Fütterung, also warum es so sinnvoll ist, hier mit viel Technik zu arbeiten.

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Beim Futtermischen habe ich erklärt, warum bei der Fütterung Technik so wichtig ist. Foto: privat

Ich habe dann wie gewohnt gefüttert und die Kameras haben auch alles schön mitgefilmt. Mein Glück war, das ich in der warmen Kabine saß und nicht frieren musste wie alle anderen. 😉

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Zum Glück durfte ich dann gleich in den Traktor. War nämlich ar***kalt am Drehtag. Foto: privat

Nachdem das Füttern im Kasten war, ging es an die Melkroboter wo aus allen möglichen Perspektiven gefilmt wurde und natürlich durfte ich wieder über alles erzählen, was ein Roboter so macht und kann und welches für mich die Vorteile bei dem System sind. Während des Interviews meldete auf einmal der Roboter, an dem wir standen, eine Störung. Das hätte man nicht besser Planen können und ich durfte dann vor laufender Kamera am Roboter schrauben. Das war für den Bericht bestimmt sehr gut, aber für mich etwas stressig. Denn bei so strengem Frost und Wind darf der Roboter nicht lange stehen bleiben. Und da ich den Fehler nicht finden konnte, durfte letztendlich auch der Kundendienst vorbeischauen. Zum Glück hatten wir das Problem dann schnell gelöst: eine Luftleitung war zugefroren.

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Während wir beim Roboter gedreht haben, meldete dieser einen Fehler, weil eine Leitung eingefroren war. Foto: privat

Nach diesem Schock ging es dann auf den Futtertisch, wo ich alles über Kuh und Kuhkomfort erzählt habe. Danach ging es erstmal zum Mittagessen und Aufwärmen.

Nach dem Essen setzte ich mich an den PC, wo mir die Redakteurin Fragen zu meinen Betriebsdaten gestellt hat und was ich damit alles machen kann, wie ich auf auffällige Tiere reagiere und warum die ganzen Daten so wichtig für mich sind. Danach ging es in den Kälberstall, weil mir dort ein Milchtaxi für die Kälberfütterung zur Vorführung gestellt wurde. Ich bekam eine kleine Einführung und dann haben wir die ersten Kälber gefüttert.

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Im Kälberstall wurde mir ein Milchtaxi zur Vorführung zur Verfügung gestellt. Foto: privat

Auch dort wurde ich interviewt und auch der Milchtaxi-Vertreter durfte erzählen. Zwischendruch haben wir uns am warmen Ofen im Haus beim Kaffeetrinken aufgewärmt, weil wirklich alle bis zur Unterhose durchgefroren waren.

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Die Kälber waren ganz schön neugierig. Foto: privat

Zum Schlussspurt ging es dann nochmal in den Kuhstall, wo ich was zum Futterabschieberoboter erzählt habe. Den Spaltenroboter konnte ich leider nicht im Einsatz zeigen, weil der bei solchen Temperaturen nicht mehr fährt.

Als alles gedreht war, gab es für alle ein paar Stiefel und wir stürzten uns mitten rein in die Kuhherde. Eigentlich ist es dort sauber genug, um auch mit Schuhen zu laufen, aber wie gesagt fuhr der Roboter leider nicht. Die Kühe waren vorwitzig und wir mussten aufpassen, das sie die Kamera nicht ablecken oder gar dem Kameramann aus der Hand schleudern. Währenddessen habe ich versucht, über Tierwohl und meine täglichen Arbeiten im Stall zu berichten.

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Meine Kühe waren ganz schön vorwitzig und zeigten überhaupt keine Scheu. Foto: privat

Dann wurde eine Gopro Richtung Roboter aufgestellt um im Zeitraffer zu zeigen wie die Kühe aus dem Roboter rein- und raus laufen. Als Abschluss ging es noch auf die Decke des Roboterraums und es wurden sogenante Totale gefilmt und noch ein paar Lucky Shots.

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Eine GoPro hat aufgezeichnet, wie die Kühe den Melkroboter nutzen. Foto: privat

Um 18 Uhr hat das Kamerateam sein Equipment wieder ab- bzw. auseinandergebaut unddurfte nach Hause. Ich musste noch eben den Stall fertig machen. Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, bei dem Filmdreh mitzumachen. Das Team war echt cool drauf und wir hatten trotz der Temparaturen einen riesen Spass. Deshalb glaube ich auch nicht, das da etwas Negatives bei rumkommt. Wir hatten alle drei viel Spaß und haben uns gegenseitig sehr neugierig und positiv Fragen gestellt. Ich bin jedenfalls gespannt auf das Ergebnis. Die Reportage soll im Herbst auf Kabel 1 laufen. Dafür werden noch ein Kartoffelbauer und ein Erdbeerbauer übers Jahr begleitet. Die Reporterin meinte, es gebe kaum einen Landwirt, der bereit ist, sich filmen zu lassen. Und ich war der einzige Tierhalter, der eingewilligt hat.

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Wir hatten beim Dreh alle viel Spaß und haben uns neugierig gegenseitig Fragen gestellt. Foto: privat

Ich finde, die Landwirte sollten sich generell mehr für solche Geschichten öffnen. 99 Prozent haben nichts zu verstecken und auch 99 Prozent der Reporter machen einen guten Job. In jeder Branche gibt es dieses eine negative Prozent. Aber ich denke, man kann in Gesprächen gut herausfinden, ob das Gegenüber etwas Gutes vorhat oder einem etwas Schlechtes will. Ich habe jedenfalls in meiner Laufbahn bis jetzt nur gute Erfahrungen mit Presse gemacht. Und ich habe ja schon vieles mit Filmteams, Radio und Zeitung gemacht. Auch wenn einige meinen, ich wäre öffentlichkeitsgeil. Aber ich mache es auch für meine Kritiker mit, damit wir alle in einem rechten Licht stehen und nicht immer nur negativ dargestellt werden.

Denkt mal drüber nach,

Euer Basti

Was Basti sonst noch so macht? Finde es hier heraus!

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