Jungbäuerin und Angler-Rinder-Halterin Agnes Greggersen aus Schleswig-Holstein, die nach einem Facebook-Post einem organisierten Shitstorm durch eine Veganer-Gruppe ausgesetzt war. Foto: Jan Philipp Eberstein

Dem Shitstorm die Stirn bieten

Es war nur ein Foto: ein Kalb, ein Junge und ein Glas Milch. Doch es sorgte für einen Shitstorm der Extraklasse. Landwirtin Agnes lässt sich davon aber nicht aufhalten.

#trinkMilchundstehdazu – der Hashtag zu einem Video eines Radiosenders in Baden-Württemberg brachte Agnes Greggersen auf eine Idee. Sie stellte genau solch ein Foto mit dem Nachbarsjungen, ihrem Kalb und einem Glas Milch auf ihre Facebook-Seite und löste damit eine Lawine.

Vegane Gruppen nutzten diese Aussage, um auf böswillige Art alle Milcherzeuger und -trinker an den Pranger zu stellen. Innerhalb von 2 Stunden erreichte die Facebook-Seite eine Reichweite von 67.000 Personen, trug 1.000 böse Emoticons und verzeichnete 1.700 Kommentare.

„Diese Äußerungen bewirken, ohne dass man das zulassen will, Angst und Sorge um die Familie, den Hof und die Tiere.“

Jungbäuerin und Angler-Rinder-Halterin Agnes Greggersen aus Schleswig-Holstein, die nach einem Facebook-Post einem organisierten Shitstorm durch eine Veganer-Gruppe ausgesetzt war. Foto: Jan Philipp Eberstein

Nach dem Landwirtschaftsstudium steigt die 26-Jährige in den elterlichen Milchviehbetrieb ein. Foto: Eberstein

Dann machte Agnes Greggersen Screenshots, dokumentierte so alles und räumte kräftig auf. Sie löschte alles und blockierte die Seite für aggresive User. Etwa 400 Personen traf ihr elektronischer Bann.

Nach einiger Zeit stellte sie die Seite schließlich sehr vorsichtig wieder ein und machte weiter. Warum?

  • Mir fehlte der Kontakt, besonders mit unseren Gästen. Es ist uns eine Freude, unseren Betrieb und unsere Arbeit in schönen Fotos zu zeigen, besondere Momente, die wir erleben, mit anderen zu teilen.“
  • Aus Angst wurde Wut. „Von so einer Minderheit lassen wir uns nicht kaputt machen. Sie wissen gar nichts über mich, meine Familie und unseren Hof. Ihre Informationen kommen nur aus den eigenen Kreisen und sie verwenden immer die gleichen Argumente.“
  • Die Feriengäste bedankten sich bei Ihnen für ihre Arbeit mit tollen Bewertungen bei Google. Selbst diese Plattform nutzten die Shitstormer damals, um negative Einträge zu platzieren.
Jungbäuerin und Angler-Rinder-Halterin Agnes Greggersen aus Schleswig-Holstein, die nach einem Facebook-Post einem organisierten Shitstorm durch eine Veganer-Gruppe ausgesetzt war. Foto: Jan Philipp Eberstein

„Wir sind nicht perfekt, aber gut zu unseren Tieren“, betont Agnes Greggersen. Foto: Eberstein

  • Besonders die Berufskollegen unterstützten sie, mit Verständnis, großer Hilfe und vielen Tipps auf allen möglichen Wegen und Kanälen.
  • Agnes Greggersen scheute sich nicht, Politiker auf ihre Erfahrungen aufmerksam zu machen. Darüber entstand der Kontakt zum Landesbauernverband. Der postete regelmäßig Texte, einer mit dem Titel: „Es führt kein veg an der Nutztierhaltung vorbei.“ Daraus entstand ein häufig geklicktes Video.
Jungbäuerin und Angler-Rinder-Halterin Agnes Greggersen aus Schleswig-Holstein, die nach einem Facebook-Post einem organisierten Shitstorm durch eine Veganer-Gruppe ausgesetzt war. Foto: Jan Philipp Eberstein

Agnes (vorne) lässt sich von einem veganen Shitstorm nicht aus der Spur bringen. Ihre Eltern unterstützen sie. Foto: Eberstein

  • Beim Verband erhielt sie auch rechtliche Unterstützung. Denn Obwohl die Polizei erst ziemlich hilflos reagierte – „dann löschen sie eben alles“ –, erfuhr die Landwirtin vom Verband, dass eine Strafanzeige sinnvoll sein kann.
  • Am Ende sind es die positiven Erfahrungen, die im Gedächtnis bleiben. Wie etwa ein Video mit Argumenten für die Milchviehhaltung von einem Kollegen. Das wurde 340.000-mal geklickt und 5.000-mal geteilt. Oder der Eintrag eines Veganers, der sich für das unakzeptable und unmenschliche Verhalten seiner Sinnesgenossen entschuldigte – das ist fair.

Die ganze Geschichte von Agnes ist im agrarheute Magazin erschienen. Du kennst agrarheute noch nicht? Dann hol Dir jetzt Dein kostenloses Probeheft!

Hier gehts zum kostenlosen Probeheft!

agrarheute Januar 2018

Schreibe einen Kommentar